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Leonardo da Vinci 2.0

11. Oktober 2008 Kommentieren Kommentare lesen

Leonardo da Vincis Zeichnung zum Geschlechtsverkehr fasziniert – anatomisch korrekt ist sie jedoch nicht. Vielmehr spiegelt sie die Vorstellungen und Ideologien jener Zeit wider. So nahm man beispielsweise an, der männliche Same würde im Gehirn produziert werden und durch einen Kanal in der Wirbelsäule zum Penis gelangen. Die erste wissenschaftliche Studie zur Anatomie des Geschlechtsverkehrs wurde 1933 von R.L. Dickinson publiziert. Doch auch er war bei seinen Zeichnungen auf zahlreiche Annahmen angewiesen. Im Jahr 1999 ist es niederländischen Forschern schließlich gelungen, den Geschlechtsakt mittels Magnetresonanztomographie (MRT) naturgetreu abzubilden.

Zeichnung zum Geschlechtsverkehr von Leonardo da Vinci

MRT-Aufnahme zur Anatomie des Geschlechtsverkehrs

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Die MRT-Aufnahmen zeigten deutlich, dass der Penis während des Geschlechtsverkehrs in der Missionarsstellung nicht gerade ist (vgl. Leonardo da Vinci). Er besitzt die Form eines Boomerang und nicht die eines „S“, wie von R.L. Dickinson dargestellt. Auch haben Leonardo und Dickinson die Größe der Peniswurzel deutlich unterschätzt. Die MRT-Aufnahmen dagegen vermitteln einen guten Eindruck von der enormen Größe des errigierten Penis und vom Volumen, das der Penis bei der Penetration benötigt.

Bei der Frau führt sexuelle Erregung zu einer Aufrichtung des Uterus und zur Verlängerung der vorderen Scheidenwand. Die Lage des Uterus ändert sich dagegen nur durch das Eindringen des Penis. Im Gegensatz zu den Befunden von Masters und Johnson zeigten die MRT-Aufnahmen auch keine Vergrößerung des Uterus infolge sexueller Erregung. Auf diese Weise tragen die faszinierenden MRT-Aufnahmen auch zu einem besserem Verständnis der menschlichen Anatomie bei.

Literatur:
W.W. Schultz, P. van Andel, I. Sabelis & E. Mooyaart: Magnetic resonance imaging of male and female genitals during coitus and female sexual arousal. BMJ 319 (7225), 1596-1600 (1999). http://www.bmj.com/cgi/content/full/319/7225/1596

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