La petite mort
Wann kommen heterosexuelle Paare zum Orgasmus? Dieser Frage sind australische Wissenschaftler in einer nationalen Studie erstmals auf den Grund gegangen. In den Jahren 2001 und 2002 wurden dazu 19.307 Australier im Alter zwischen 16 und 59 Jahren telefonisch zu ihrem Sexualverhalten befragt.
Die Teilnehmer der Studie wurden von den Forschern u.a. zu den Praktiken während ihres letzten Sexualkontakts befragt. Berücksichtigt wurden dabei gegenseitige Masturbation, Oralverkehr, vaginaler Geschlechtsverkehr und Analverkehr. Außerdem sollten die Befragten angeben, ob sie dabei auch einen Orgasmus hatten.
Das Ergebnis der Studie: Bei 95 % aller Sexualkontakte kam es zum Geschlechtsverkehr. Der vaginale Geschlechtsverkehr ist damit die häufigste sexuelle Praktik. Von den 64 möglichen Kombinationen der berücksichtigen Sexualpraktiken waren insbesondere drei Kombinationen vorherrschend:
- Nur Geschlechtsverkehr (Nennung bei 12 % aller Sexualkontakte)
- Geschlechtsverkehr und gegenseitige Masturbation (Nennung bei 49 % aller Sexualkontakte)
- Geschlechtsverkehr, gegenseitige Masturbation und Oralverkehr (Nennung bei 32 % aller Sexualkontakte)
Männer kamen bei 95 % aller Sexualkontakte zum Orgasmus, Frauen nur bei 69 %. Generell lässt sich außerdem feststellen, dass die Wahrscheinlichkeit einen Orgasmus zu erleben bei Frauen höher ist, wenn die Stimulation auf unterschiedliche Arten erfolgt. Die Wahrscheinlichkeit war insbesondere dann am größten, wenn es während des Sexualkontakts zum Cunnilingus kam. Somit konnte erstmals ein direkter Zusammenhang zwischen den ausgeübten Sexualpraktiken und dem Orgasmus hergestellt werden. Andere Einflüsse, wie z.B. demografische Faktoren oder in der Vergangenheit gemachte sexuelle Erfahrungen, wirken sich dagegen vergleichsweise schwach aus.
Literatur:
J. Richters, R. Visser, C. Rissel & A. Smith: Sexual practices at last heterosexual encounter and occurrence of orgasm in a national survey. J.Sex Res. 43 (3), 217-226 (2006). http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17599244
