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Multipler Orgasmus (Fortsetzung)

In einer 1989 publizierten Studie berichten Dunn et al. von 21 Männern im Alter zwischen 25 und 69 Jahren. Ein Teil der Befragten (13 Männer) erlebte dabei schon immer multiple Orgasmen, ein anderer Teil (sechs Männer) entdeckte den multiplen Orgasmus erst „zufällig“ im Laufe des Lebens und zwei Männer haben die Fähigkeit zum multiplen Orgasmus durch gezieltes Training erlangt. Alle befragten Männer gaben an, ihre Erektion auch nach einem Orgasmus zu behalten, was auf eine nicht vorhandene oder eine sehr kurze Refraktärperiode hindeutet. Die Anzahl der erlebten Orgasmen variierte dabei meistens zwischen zwei und neun. Einige Männer ejakulierten schon beim ersten Orgasmus, andere erst beim letzten.

Keine Frage des Alters sondern der Technik

Lange Zeit glaubte man, dass nur sehr junge Männer zu multiplen Orgasmen fähig seien. Interessanterweise hat aber ungefähr die Hälfte der von Dunn et al. befragten Männer ihren ersten multiplen Orgasmus erst in einem Alter jenseits der 35 erlebt. Und auch die älteren Studienteilnehmer (> 50 Jahre) hatten noch regelmäßig multiple Orgasmen. Die meisten Männer gaben außerdem an, beim Sex eine Art „Stop&Go“-Technik zu verwenden. Dabei näherten sie sich mehrmals hintereinander dem Point of no return an, stoppten aber dann die Stimulation des Penis und entspannten den ganzen Körper. Das Gefühl des Orgasmus folgte dann unmittelbar auf die Phase tiefer Entspannung. Drei Männer setzen zur Verhinderung der Ejakulation gezielte Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur ein. Aufgrund dieser Ergebnisse stellt sich natürlich die Frage, warum das Phänomen des multiplen Orgasmus bislang so wenig wissenschaftliche Beachtung gefunden hat.

Literatur:
M.E. Dunn & J.E. Trost: Male multiple orgasms: A descriptive study. Arch.Sex.Behav. 18 (5), 377-387 (1989). doi:10.1007/BF01541970

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