Nur ein kleiner Schnitt?
Die Beschneidung von männlichen Neugeborenen ist die am häufigsten durchgeführte Operation in den Vereinigten Staaten von Amerika. Studien über die gesundheitlichen Langzeitfolgen dieses Eingriffs existieren jedoch kaum. Und für mögliche Auswirkungen auf die Sexualfunktion interessierte sich die Wissenschaft bislang noch viel weniger. Dieser Mangel an objektiven Daten befeuert die kontroverse Diskussion über die Auswirkungen der Beschneidung auf das männliche Sexualempfinden. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde jetzt erstmals die Sensitivität des Penis für Berührungsreize objektiv gemessen. Außerdem verglichen die Forscher die Daten von beschnittenen und unbeschnittenen Männern.
Die Eichel von unbeschnittenen Männern reagiert deutlich empfindlicher auf Berührungsreize als die von beschnittenen Männern. Der empfindlichste Bereich des unbeschnittenen Penis liegt dabei im Übergangsbereich zwischen innerem und äußerem Vorhautblatt („Vorhautrand“). Bei beschnittenen Männern ist dagegen die Beschneidungsnarbe auf der Unterseite des Penis am empfindlichsten. Fünf Bereiche des unbeschnittenen Penis (u.a. Vorhautrand und Frenulum) sind deutlich empfindlicher für Berührungsreize als die sensitivste Stelle des beschnittenen Penis (Beschneidungsnarbe). Diese Bereiche werden bei der Beschneidung routinemäßig entfernt.
Literatur:
M.L. Sorrells, J.L. Snyder, M.D. Reiss, C. Eden, M.F. Milos, N. Wilcox & R.S. van Howe: Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. BJU Int. 99 (4), 864-869 (2007). doi:10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x

Unter Baustein-Nummer 010 schreibt
http://jacquesauvergne.wordpress.com/2007/11/04/mann-wird-gemacht-frau-wird-verkauft-tabuthema-jungenbeschneidung/
Jacques Auvergne etwas zum archaischen Initiationsritual der (vormodernen) Beschneidung.
Ohne absolute medizinische Indikation sollte die Entfernung gesunden Gewebes nicht durchgeführt werden … am „männlichsten aller Körperteile“.
Mit freundlichen Grüßen
Jacques Auvergne
Stellt sich natürlich die Frage, was „absolute medizinische Indikationen“ sind. Gut, Vorhautverengungen. Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass die Beschneidung das Ansteckungsrisiko mit HIV verringern kann. Vielleicht wäre das ja mal einen Beitrag wert…
Die Beschneidung aus religiösen Gründen will ich mit meinem Beitrag jedoch keinesfalls in Frage stellen.