Ejakulation und Orgasmus
Nach Masters und Johnson (1966) ist der männliche Orgasmus gleichzusetzen mit den zwei Phasen der Ejakulation. Während der Emissionsphase werden Sperma und Samenflüssigkeit in den pars prostatica („Prostataabschnitt“) der Harnröhre ausgestoßen. In der darauf folgenden Ejakulationsphase wird dann das Ejakulat durch koordinierte Kontraktionen des pars prostatica der Harnröhre und der Bekenbodenmuskulatur ausgeworfen. Für beide Phasen scheint es dabei getrennte neurophysiologische Kontrollmechanismen zu geben. Außerdem legen verschiedene klinische Befunde nicht nur eine Unterscheidung zwischen Emission und Ejakulation nahe, sondern auch zwischen Ejakulation und Orgasmus. Die gebräuchliche Verwendung von „Ejakulation“ als Überbegriff für Emission, Ejakulation und Orgasmus spiegelt daher eine sehr reduzierte Sichtweise des männlichen Orgasmus wider.